Fischottermonitoring - verschiedene Projekte

Fischotterlosung - Artunterscheidung in Sachsen


Der heimische Fischotter Lutra lutra (oben links) und der invasive Amerikanischer Mink Neovison vison (oben rechts) nutzen beide fischreiche Gewässer als Habitate. Wenn beide Fisch gefressen haben, lässt sich ihre Losung für uns Menschen visuell nicht mehr unterscheiden. Das führt zu einer Überschätzung des Fischottervorkommens, was für eine gefährdete und geschützte Art wie den Fischotter dramatische Folgen haben kann. Außerdem verursacht diese Verwechslung hohe Kosten beim Monitoring selber sowie bei nachfolgenden genetischen Analysen. Eine Unterscheidung direkt im Feld ist hier die optimale Lösung. Das erreichen wir mit unseren artspezifischen Losungsspürhunden. Die Hunde absolvierten ein umfangreiches Training, in dem sie gelernt haben, Fischotterkot anzuzeigen (unten) aber Minkkot zu ignorieren. Beim Monitoring sind sie, neben ihrer trainierten Artspezifität, schneller als Menschen bei rein visuellem Suchen, suchen also längere Strecken in der gleichen Zeit ab, und finden zudem mehr und selbst kleinste Proben (unten links). All dies sind Gründe, warum ein Monitoring mit Spürhunden vorteilhaft ist. In Sachsen kommen die Hunde daher sowohl für wissenschaftliche Forschung als auch für gelegentliches Monitoring in den Einsatz.



Fischottermonitoring an Fließgewässern in Bayern

Der Fischotter kehrt nach und nach zurück - auch nach Bayern. Dort gibt es viel Teichwirtschaft, wodurch die bedrohte Tierart gleichzeitig auch zu einer Konfliktart wird. Aus diesem Grund hat der Landesfischereiverband Bayern e.V. ein Projekt gestartet, um die Wechselwirkungen zwischen Teichen, Fischottern und Fließgewässern zu untersuchen. Wir sind dabei damit beauftragt worden, über ein Jahr hinweg an verschiedenen ausgewählten Fließgewässern ein Fischottermonitoring mit Spürhunden durchzuführen. Die Losung wird anschließend genetisch analysiert, um die Fischotterdichte zu schätzen, aber auch, um die Nahrung der Fischotter im Laufe eine Jahres zu analysieren. Wir sind schon sehr gespannt, was dabei wohl gefunden wird. Und wir freuen uns besonders, dass sich der LFV für ein umfangreiches Monitoring mit Spürhunden entschieden hat, was eine gute Basis für umfangreiche und ausgewogene Daten bildet.

Fischotter in der Schweiz - Nachweis von Neuansiedlungen

In der Schweiz ist der Fischotter auf dem besten Weg, alte Verbreitungsgebiete zurück zu erobern. Jahrzehntelang waren die Tiere abwesend, jetzt breiten Sie sich langsam wieder aus .Aufgrund der extrem geringen Individuendichten sind die Tiere jedoch sehr schwer nachweisbar. Hinzu kommt, dass die Otter unter geringen Dichten ein wesentlich weniger ausgeprägtes Markierverhalten haben. Die Losung ist damit extrem schwer auffindbar. Mit Spürhunden soll nun diese Nachweiswahrscheinlichkeit erhöht werden. Dazu werden von den Schweizer Artenspürhunden in Zusammenarbeit mit der Schweizer Stiftung ProLutra zwei Losungssuchhunde ausgebildet. Wir als Monitoring Dogs sind dabei die idealen Ansprechpartner. Wir sammeln beispielsweise Losung von wilden Fischotterpopulationen und stellen diese dann zum Training zur Verfügung. Auch unterstützen wir das Training selbst und können den Fortschritt der Spürhunde überprüfen. Unsere Hunde dienen in Zukunft auch als Referenzen in Gebieten, wo das Vorkommen des Fischotters sehr ungewiss ist. Gemeinsam hoffen wir, dem geheimnisvollen Ausbreiten des Fischotters etwas näher zu kommen.

Amphibienmonitoring

Molche in ihren Sommerquartieren

Im Frühjahr 2018 starteten wir ein ganz besonders spannendes Projekt: Wir wollen herausfinden, wo unsere heimischen Kamm-, Teich und Bergmolche den Sommer verbringen. Während wir für die aquatische Lebensphase eine relativ genaue Vorstellung haben, bleibt die terrestrische Lebensphase in Sommer und Winter häufig unentdeckt. Das wollen wir nun ändern. Gemeinsam mit dem Department für Naturschutzforschung des UFZ Leipzig und dem NABU Leipzig machen wir uns auf die Suche. Dazu wurde zunächst ein Hund ausgebildet, lebende Molche zu finden. In verschiedenen Projektgebieten in Nordsachsen, der Stadt Leipzig und dem Leipziger Land suchen wir seit 2019 gezielt nach Sommerquartieren.

Kammmolchnachweise vor Planungs- und Bauvorhaben

Für Planungs- und Bauvorhaben ist es häufig wichtig zu wissen, ob geschütze Arten vorkommen, weshalb der Bau verschoben werden muss, der Plan um den konkreten Ort sich ändern kann oder Ausgleichmaßnahmen sattfinden müssen. Da man Kammmolche aber außerhalb ihrer aquatischen Phase von ca. April bis Juni (adulte) oder Juli (Larven) so gut wie nicht findet, werden Vorgaben zu Kammmolchen gerne mal ignoriert oder können nicht professionell durchgeführt werden. Hier kommt unser Molchspürhund Zammy ins Spiel: Er kann aktive Molche in ensprechender Witterung aufspüren, aber auch Sommer- und Winterquartiere nachweisen. Dadurch können Vorprüfungen auch außerhalb der aquatischen Phase durchgeführt werden. Wir werden daher in ganz Deutschland zu solchen (häufig spontanen) Kartierungen gerufen.

Winterquartiersuche von Kamm-, Berg- und Teichmolchen

Es kann auch vorkommen, dass es für ein Vorhaben wichtig ist zu wissen, wo der konkrete Ort der Winterquartiere liegt. Der Schutz des terrestrischen Habitates ist daher genauso wichtig wie der der aquatischen Habitate. Auch hier werden wir für verschiedene Projekte aktiv.

Citizen Science mit Spürhunden

Im Rahmen eines Citizen Science Programmes möchten wir gemeinsam mit verschiedenen Partnern untersuchen, ob ein Artenspürhundeprojekt auch ähnlich einer Rettungshundestaffel funktionieren kann: Mit Freiwilligen. Nach mehreren erfolglosen Anträgen haben wir nun mit geeigneten Partnern ein Projekt genehmigt bekommen. Auch wenn wir schon sehr gespannt sind, dürfen weitere Details leider erst Anfang 2021 bekannt gegeben werden. Nur so viel: es wird um den Nachweis von invasiven Pflanzenarten gehen.

Pilotprojekte

Feldhamsterbaue in Polen

In einem Pilotprojekt testen wir gemeinsam mit Wissenschaftlern von der Universität Warschau, ob man auf großen Feldern und Wiesen mithilfe von Spürhunden Feldhamsterbaue aufspüren kann. Das hätte den Vorteil, dass man Untersuchungen bereits durchführen kann, bevor Felder und Wiesen abgeerntet oder gemäht sind. Weiterhin wollen wir testen, ob man belegte von unbelegten Bauen unterscheiden kann. In diesem Jahr werden zunächst die Studiengebiete abgesteckt und Nistmaterial gesammelt. Ein erster Hund ist zudem bereits im Training.